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Betriebsmittelprüfung 2025: Vorschriften, Prüffristen & Ablauf der Elektroprüfung nach DGUV & VDE

Stellen Sie sich vor, ein Mitarbeitender in Ihrem Unternehmen erleidet einen Stromschlag durch ein defektes Gerät. Nicht nur, dass dies schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann – als Arbeitgeber tragen Sie auch die rechtliche Verantwortung. Die Betriebsmittelprüfung 2025 stellt sicher, dass Ihre elektrischen Geräte sicher sind und den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. In diesem Artikel erfahren Sie, warum diese Prüfung so wichtig ist, welche Vorschriften gelten und wie Sie die Prüfung effizient in Ihrem Unternehmen umsetzen können.

 

🔎 Was ist eine Betriebsmittelprüfung?

Die Betriebsmittelprüfung (auch „E-Check“ genannt) ist eine gesetzlich vorgeschriebene Überprüfung von elektrischen Geräten und Anlagen. Sie dient dazu, Sicherheitsmängel frühzeitig zu erkennen und Unfälle zu vermeiden.

Prüfungsgegenstand sind:

✅ Ortsveränderliche Betriebsmittel (z. B. Laptops, Bohrmaschinen)
✅ Ortsfeste Betriebsmittel (z. B. Steckdosen, Lichtanlagen)
✅ Stationäre Anlagen (z. B. Maschinen in Produktionshallen)
✅ Nicht-stationäre Anlagen (z. B. Baucontainer)

💡 Tipp: Laut Arbeitsschutzgesetz sind Arbeitgeber verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Die Betriebsmittelprüfung ist ein entscheidender Bestandteil dieser Beurteilung.

 

📜 Gesetzliche Grundlagen: Diese Vorschriften müssen Sie kennen

DGUV Vorschrift 3

Die Vorschrift der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) schreibt vor, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel regelmäßig geprüft werden müssen. Unternehmen, die sich nicht daran halten, riskieren hohe Strafen und Versicherungssanktionen.
VDE-Bestimmungen

Die Normen des Verbands Deutscher Elektrotechniker (VDE) legen fest, wie Betriebsmittel geprüft werden müssen. Wichtige Normen sind:
DIN VDE 0100-600 (Erstprüfung)
DIN VDE 0701-0702 (Wiederholungsprüfung)
Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS)

Diese Regeln enthalten detaillierte Vorgaben zur sicheren Nutzung von Betriebsmitteln.

💡 Merke: Eine nicht bestandene Betriebsmittelprüfung kann dazu führen, dass Geräte außer Betrieb genommen werden müssen – was teure Produktionsausfälle verursachen kann.

 

🛠️ Ablauf einer Betriebsmittelprüfung 2025

Die Prüfung erfolgt in vier Schritten:

1️⃣ Vorbereitung
Bestandsaufnahme aller Betriebsmittel
Erstellung eines Prüfplans

2️⃣ Sichtprüfung
Erkennen äußerlicher Schäden (z. B. defekte Kabel, beschädigte Gehäuse)

3️⃣ Messungen und Tests
Isolationsprüfung
Schutzleiterwiderstand
Hochspannungsprüfung

4️⃣ Dokumentation und Maßnahmen
Erstellung eines Prüfprotokolls
Kennzeichnung geprüfter Geräte
Beseitigung festgestellter Mängel

📢 Wichtig: Die Prüfung darf nur von einer qualifizierten Elektrofachkraft durchgeführt werden.

 

🔌 Welche Betriebsmittel müssen geprüft werden?

Kategorie Beispiele
Ortsveränderlich Laptop, Kaffeemaschine, Bohrmaschine
Ortsfest Steckdosen, Lichtinstallationen
Stationär Produktionsmaschinen, Kühlanlagen
Nicht-stationär Baucontainer, Messestände

📢 Häufige Fehler: Viele Unternehmen vergessen, auch temporär genutzte Geräte zu prüfen – z. B. Maschinen auf Baustellen!

 

⏳ So legen Sie die Prüfintervalle fest

Die Prüffristen richten sich nach der Nutzungshäufigkeit und dem Arbeitsumfeld.

Empfohlene Intervalle:

🔸 Ortsveränderliche Betriebsmittel
Büroumfeld: alle 24 Monate
Werkstätten/Produktion: alle 12 Monate
Baustellen: alle 3 Monate

🔸 Ortsfeste Betriebsmittel
Alle 48 Monate

🔸 Stationäre Anlagen
Nach Herstellerangaben, meist alle 4 Jahre

💡 Tipp: Je nach Gefährdungsbeurteilung kann es sinnvoll sein, kürzere Intervalle festzulegen.

 

💡 Praktische Tipps zur Umsetzung im Unternehmen

✅ Erstellen Sie ein Prüfkataster: Eine zentrale Liste aller Betriebsmittel erleichtert die Organisation.
✅ Digitale Prüfprotokolle nutzen: Moderne Arbeitsschutzsoftware spart Zeit und verbessert die Nachverfolgbarkeit.
✅ Prüfung frühzeitig einplanen: Reduzieren Sie Ausfallzeiten, indem Sie Prüfungen außerhalb der Hauptbetriebszeiten durchführen.
✅ Mitarbeiter sensibilisieren: Schulen Sie Ihr Team, um Schäden frühzeitig zu erkennen und zu melden.

🔗 Mehr zur Sicherheitsunterweisung finden Sie hier.

 

🏆 Erfolgsbeispiel: Wie ein Unternehmen durch regelmäßige Prüfungen Kosten gesenkt hat

Ein mittelständisches Produktionsunternehmen reduzierte nach Einführung eines digitalen Prüfsystems seine Unfallquote um 40 % und sparte jährlich über 15.000 € durch frühzeitige Mängelerkennung.

💬 Zitat des Geschäftsführers:
„Früher haben wir die Prüfungen eher als lästige Pflicht gesehen. Heute nutzen wir sie strategisch, um unsere Maschinen effizienter zu warten und teure Reparaturen zu vermeiden.“

 

Fazit: Betriebsmittelprüfung als Erfolgsfaktor

Die regelmäßige Prüfung Ihrer elektrischen Betriebsmittel ist kein bürokratisches Hindernis, sondern eine Investition in Sicherheit und Effizienz. Sie schützt Ihre Mitarbeitenden, reduziert Kosten und sorgt für einen störungsfreien Betrieb.
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Häufige Fragen zur Betriebsmittelprüfung 2025

1. Was ist eine Betriebsmittelprüfung?

Die Betriebsmittelprüfung ist eine vorgeschriebene Sicherheitsprüfung für elektrische Betriebsmittel und Anlagen. Sie dient dazu, Gefahren wie Stromschläge, Kurzschlüsse oder Brände zu vermeiden und sicherzustellen, dass alle elektrischen Geräte sicher funktionieren.

2. Warum ist die Betriebsmittelprüfung wichtig?

Eine regelmäßige Prüfung schützt nicht nur Mitarbeitende und Betriebseinrichtungen, sondern ist auch gesetzlich vorgeschrieben. Defekte oder unsichere Geräte können zu Arbeitsunfällen, Produktionsausfällen oder rechtlichen Konsequenzen führen.

3. Welche Vorschriften regeln die Betriebsmittelprüfung?

Die Prüfung erfolgt nach verschiedenen gesetzlichen Vorgaben, darunter:
DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3)
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS)
VDE-Bestimmungen, z. B. DIN VDE 0105-100 oder DIN VDE 0701-0702
Diese Vorschriften legen fest, welche Prüfungen durchzuführen sind, welche Prüffristen gelten und wer für die Durchführung verantwortlich ist.

4. Welche Betriebsmittel müssen geprüft werden?

Geprüft werden alle elektrischen Betriebsmittel, die im Unternehmen verwendet werden. Dazu gehören:
Ortsveränderliche Betriebsmittel: z. B. Laptops, Drucker, Bohrmaschinen, Kaffeemaschinen
Ortsfeste Betriebsmittel: z. B. fest installierte Steckdosen, Beleuchtungssysteme, Schaltschränke
Stationäre Anlagen: z. B. Produktionsmaschinen, Förderanlagen
Nicht-stationäre Anlagen: z. B. Baustellenverteiler, Maschinen auf Montageeinsätzen

5. Wer ist für die Betriebsmittelprüfung verantwortlich?

Der Arbeitgeber trägt die Verantwortung für die Sicherheit der elektrischen Betriebsmittel im Unternehmen. Die Prüfungen dürfen jedoch nur von einer Elektrofachkraft oder einer befähigten Person durchgeführt werden, die über die notwendigen Qualifikationen und Fachkenntnisse verfügt.

6. Wie oft müssen elektrische Betriebsmittel geprüft werden?

Die Prüffristen hängen von der Art des Betriebsmittels und der Umgebung ab:
Ortsveränderliche Betriebsmittel:
Büro: alle 24 Monate
Werkstatt/Fertigung: alle 12 Monate
Baustellen: alle 3 Monate
Ortsfeste Betriebsmittel: alle 48 Monate
Stationäre Anlagen: nach Herstellerangaben, in der Regel alle 4 Jahre
Die genaue Prüffrist ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung und kann je nach Nutzung und Umgebung abweichen.

7. Wie läuft eine Betriebsmittelprüfung ab?

Die Prüfung besteht aus mehreren Schritten:
1️⃣ Sichtprüfung: Überprüfung auf äußere Schäden (z. B. beschädigte Kabel, defekte Gehäuse)
2️⃣ Messungen und Funktionsprüfungen: Überprüfung von Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand, Berührungsstrom usw.
3️⃣ Dokumentation: Erstellung eines Prüfprotokolls mit Ergebnissen und Handlungsempfehlungen

8. Was passiert, wenn ein Gerät die Prüfung nicht besteht?

Ein Betriebsmittel, das die Prüfung nicht besteht, muss entweder repariert oder außer Betrieb genommen werden. Erst nach erfolgreicher Nachprüfung darf es wieder genutzt werden.

9. Muss die Betriebsmittelprüfung dokumentiert werden?

Ja, jede Prüfung muss dokumentiert werden. Das Prüfprotokoll enthält:
Datum der Prüfung
Geprüfte Geräte und deren Identifikationsnummer
Messergebnisse und Prüfverfahren
Beurteilung der Sicherheit
Empfehlungen für weitere Maßnahmen
Diese Dokumentation dient als Nachweis bei Behörden oder Versicherungen.

10. Welche Konsequenzen drohen bei Nichtdurchführung der Prüfung?

Unternehmen, die die Betriebsmittelprüfung nicht durchführen, riskieren:
❌ Bußgelder oder Strafen durch Aufsichtsbehörden
❌ Haftungsrisiken bei Unfällen
❌ Versicherungsprobleme, da Schadensfälle möglicherweise nicht übernommen werden
❌ Produktionsausfälle, wenn unsichere Geräte aus dem Betrieb genommen werden müssen

11. Welche Prüfgeräte werden für die Betriebsmittelprüfung genutzt?

Typische Messgeräte für die Prüfung sind:
✔️ Multimeter für Spannungs-, Widerstands- und Strommessungen
✔️ Isolationsmessgeräte zur Überprüfung der Isolationseigenschaften
✔️ Geräteprüfgeräte nach DIN VDE 0701-0702 für Wiederholungsprüfungen

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